Bioenergie – der flexible Baustein der Energiewende

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Die Bioenergie ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Neben Wind- und Solarenergie setzen wir uns als ARGE NETZ Gruppe aktiv dafür ein, das Potenzial der Bioenergie zu erhalten und weiterzuentwickeln. Ein besonderer Vorteil der Bioenergie liegt in ihrer Unabhängigkeit von Witterungseinflüssen – sie kann genau dann Strom erzeugen, wenn er benötigt wird. Die flexible Fahrweise von Biogasanlagen leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit.

Gleichzeitig steht die Branche vor großen Herausforderungen: Rund 400 Biogasanlagen in Schleswig-Holstein benötigen nach dem Auslaufen ihrer 20-jährigen Förderperiode bis 2030 eine wirtschaftliche Perspektive.

Gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft und Praxis arbeiten wir an praxisnahen Lösungen, um die Bioenergie-Branche zu stärken und den langfristigen Weiterbetrieb zu sichern.

Joint Team Biogas

Im Sommer 2024 haben wir das Joint Team Biogas ins Leben gerufen – eine gemeinsame Plattform, um regelmäßig über die aktuellen und wiederkehrenden Herausforderungen der Biogas-Branche zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und Prioritäten für die weitere Arbeit zu definieren.
Seitdem trifft sich das Team regelmäßig zu konstruktiven Runden, um die Entwicklungen in der Branche gemeinsam zu begleiten und neue Impulse zu setzen. Das Joint Team bietet zudem einen Austausch für die Betreiber untereinander, um sich über den Betrieb, Herausforderungen u.v.m. zu sprechen.

Hast du Fragen zum Joint Team oder möchtest dich einbringen?
Dann wende dich gerne an Levke Belz (belz@arge-netz.de).

Runder Tisch Biogas


Das Team der ARGE NETZ steht im regelmäßigen fachlichen Austausch mit dem Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) und dem Fachverband Biogas. Gemeinsam stimmen wir uns dazu ab, welche Kernthemen wir für die Branche weiter vorantreiben.

Durch den praxisnahen Dialog mit unseren Betreiberinnen und Betreibern gewinnen wir wertvolle Einblicke, die es uns ermöglichen, noch gezielter und fundierter im Sinne der Bioenergie-Branche zu handeln.

Wir nehmen regelmäßig am Runden Tisch Biogas teil. Dieses Format wird vom Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) organisiert und vereint Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energiewirtschaft und Verbänden. Ziel ist es, zentrale Themen und Herausforderungen der Biogasbranche zu erörtern und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.

Fachlicher Austausch

Aktuelle politische Themen und Positionen Bioenergie

Als ARGE NETZ Gruppe setzen wir uns aktiv für verlässliche und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen in der Energiepolitik ein. Für einen fachlichen Austausch bringen wir regelmäßig politische Positionen in Abstimmung mit unseren Bioenergie-Betreibern ein:

  • Das Biomassepaket ist in der jetzigen Form nicht wirtschaftlich anwendbar für zahlreiche Bestandanlagen. Für eine Anwendbarkeit müssen die Dauer der Anschlussvergütung erhöht und eine Übergangslösung für Bestandanlagen, die nicht mehr vom Biomassepaket profitieren könne, geschaffen werden. Die vorgesehene Förderdauer von 12 Jahren reicht für Bestandsanlagen nicht aus. Investitionen in die Anlagen lassen sich nicht über diesen Zeitraum refinanzieren. Eine Übergangslösung für Bestandsanlagen, die ältere Konditionen länger behalten können, würde das Biomassepaket für diese zugänglich machen.

  • Für die Flexibilisierung werden Biogasanlagen derzeit mehrfach überbaut. Das bedeutet die Installation von zusätzlichen Motoren, die Bereitstellung von mehr Lagerfläche für die Biomasse und weitere bauliche Erweiterungen und Änderungen an den Anlagen und den zugehörigen Höfen.

    Eigene Innovationsausschreibung für Bioenergie + Speicher schaffen: Für eine Flexibilisierung, also die Verschiebung erzeugter Energiemengen in andere Stunden des Tages, kommen für Biogasanlagen ebenso BESS in Betracht. Um die höheren Kosten bei der Finanzierung abzusichern, reichen die Höchstwerte der regulären Ausschreibung nicht aus. In den Innovationsausschreibungen des EEG ist der maximale Höchstwert ebenso zu gering. Hier würden andere Technologiekombinationen Bioenergie verdrängen. Daher benötigt die Bioenergie eine eigene Innovationsausschreibung für Bioenergie plus Speicher.

  • Viele Biogasanlagen haben sich bereits flexibilisiert. Sie sind in der Lage, ihre Energieeinspeisung nach den Bedarfen nach Grünstrom auszurichten. Nun müssen die Netzanschlusspunkte flexibel werden. Damit können Biogasanlagen die Flexibilisierung zum Nutzen des Energiesystems optimal einsetzen.

    Netzanschlusspunkte für Biogasanlagen flexibilisieren, um Systemdienlichkeit zu erhöhen: Die maximale Einspeiseleistung an den Netzanschlusspunkten ist auf die ursprüngliche Grundlastfahrweise der Biogasanlagen begrenzt. Flexibilisierte Anlagen können nun ein Vielfaches der ursprünglichen Leistung einspeisen. Die Netzanschlusspunkte sind darauf aber physikalisch nicht ausgelegt. Den Biogasanlagenbetreibern muss es daher unbürokratisch möglich gemacht werden, die Leistung an ihrem Netzanschlusspunkt nach Anzeige bei ihrem Netzbetreiber zu erhöhen und Grünstrom flexibel einzuspeisen. Damit entsprechen die Biogasanlagen den gesetzlichen Vorgaben zur Flexibilisierung und stärken ihren Beitrag zum System.

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Eine Frau mit langen, hellbraunen Haaren, trägerm schwarzen Oberteil und hellgrauem Blazer, steht draußen in einer sonnigen Parklandschaft.

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